Belgrad/Šid Team 1

 09. April 2017 – 23. April 2017

Parallel zu dem Einsatz in Dunkirk/Calais haben sich Saskia, Philipp, Magdalena und Sarah auf den Weg nach Serbien gemacht, um auch hier ihr Bestes zu geben, um Schutzsuchende zu unterstützen. Die Menschen hier sind zum Großteil aus Afghanistan und vereinzelt aus Pakistan, etwa die Hälfte ist minderjährig. Sie leben in Belgrad auf der Straße, in den Parks und in den Abrissgebäuden neben dem Hauptbahnhof in den so genannten „Baracken“. In Serbien haben sie keine Möglichkeit Asyl zu bekommen und die Grenzen zu Ungarn und Kroatien sind dicht. Deshalb harren sie in dieser furchtbaren Situation aus und probieren es, trotz der geringen Chance, immer wieder über die kroatische Grenze. Dort, in dem Grenzort Šid leben sie im Freien, sind dem Wetter ausgesetzt und vorallem der Willkür der kroatischen Polizisten, die nicht zimperlich mit ihnen umgehen. Aus diesem Grund wurde Šid neben Belgrad unser zweiter Einsatzort in Serbien.

Als wir angekommen sind steckte die Versorgung in Belgrad noch in den Kinderschuhen (in Šid war sie mehr als mangelhaft) und es lebten etwa 1200 Personen in in Baracken und im nahegelegenen „Afghan Park“. Im Park gab es ein kleines Team, das jeden Morgen Sandwiches und Tee verteilte. Da haben wir begonnen ihnen zum Einen bei der Zubereitung zu helfen und zum Anderen zwei Mal pro Woche Hygieneartikel oder ähnliches zu verteilen. Dabei erreichten wir pro Ausgabe um die 200 Personen.

Etwa 15 Minuten vom Stadtzentrum wurde gerade ein Warehouse und eine Kitchen aufgebaut, bei dem wir tatkräftig bei der Umsetzung mit dabei waren und welche am Ende unsere Einsatzes bereits in Betrieb genommen werden konnte. Das Problem mit dem Warehouse war allerdings, dass es fast unmöglich ist, Kleidung in großen Mengen nach Serbien einzuführen. Deshalb war es noch nicht möglich, eine Kleiderausgabe zu starten. Wenigsten konnten wir zumindest kleine Mengen an Decken von Österreich mitnehmen.

Unsere Abende verbrachten wir damit, bei der Essensausgabe der No Name Kitchen mitzuhelfen. Diese fand jeden Abend ab 19:00 Uhr in den Baracken statt und verfügte über 2000 Portionen.
Das Leben in den Baracken ist schlimm, es ist schmutzig und stinkt. Um dem Problem der Hygiene etwas entgegen zu wirken, montierten wir Seifenspender bei den vier vorhandenen Waschbecken und in den drei Duschen. Das sind keine großen Veränderungen, aber für die Leute macht es einen Unterschied 🙂
Ein weiteres Problem ist die medizinische Versorgung. Zum Glück ist MedVint vor Ort, eine kleine Organisation, mit der wir schon in der Türkei zusammen gearbeitet haben. Da Magdalena die Ausbildung zur Krankenschwester macht, konnte auch sie medizinisch tätig sein. Meistens handelte es sich um Verletzungen, Wunden und Krankheiten, die aufgrund der mangelnden Hygiene entstanden sind.
Genau diese medizinische Versorgung wurde dann auch 2 -3 Mal pro Woche an der Grenzregion zu Kroation durchgeführt. Dort, wo auch wir begonnen haben, Dinge zu verteilen die dringend benötigt wurden. So versorgten wir die Menschen mit Wasser, Lebensmittel, Hygieneartikel und Socken. Abhängig davon, was sie gerade benötigten.

Um die Versorgung im Park und in Šid gewährleisten zu können, haben wir regelmäßig Einkäufe dafür erledigt. An dieser Stelle ein großes Danke für eure finanzielle Unterstützung!

Das Team 1 übergab die Arbeit nahtlos an das Team 2.

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