Dunkerque Team 2

27. Dezember 2016 – 8. Jänner 2016

Unser Einsatz in Frankreich fiel dieses Mal kürzer aus als gedacht, da in der Ferienzeit sehr viele freiwillige Helfer*innen die Menschen im Camp unterstützt haben. Dank euren Spenden und der großartigen Unterstützung von Happy.thankyou.moreplease konnten wir unser Auto und einen Anhänger bis zum Rand vollladen – unsere Koffer fanden gerade noch so einen Platz.

Am 27. Dezember machten wir uns auf den Weg über Luxemburg, wo wir bei Leslie Scherer einen Stopp einlegen durften (Danke dafür!). Am 28. im Camp in Frankreich angekommen, gab uns Laura, eine der Koodinator*innen des Camps, eine Führung durch das Camp, welches sehr groß ist (derzeit mit cirka 1000 Bewohner*innen) Das Camp ist matschig, nass und kalt. Bei den Wintertemperaturen, die derzeit in Frankreich herrschen bilden sich auch öfter eisige Stellen am Boden, wo Rutschgefahr besteht. Am Anfang befindet sich ein großer Bereich mit Handylademöglichkeiten. Dieser Platz ist immer gut besucht und die Menschen machen sich einige kleine Feuerstellen um sich wenigstens ein bisschen aufwärmen zu können weil sie sonst keine Heizung haben. Nachdem wir unsere ersten Eindrücke gesammelt hatten, teilte uns Laura in die Küche zum Helfen ein. Dort sahen wir wie viele Lebensmittel von den Supermärkten ans Camp gespendet werden und wir trennten die schlechten von den guten Litschis. Durch erste Gespräche mit anderen Freiwilligen erfuhren wir, dass die Polizei am Vorabend eine Razzia durchführte, was die Stimmung im Camp etwas getrübt hat.

Generell ist es sehr schwer, die Zustände im Camp mitzuerleben und nicht viel daran ändern zu können. Zum Glück waren viele Freiwillige vor Ort. Wir waren überwältigt von dem Andrang an Menschen, die helfen wollten. Im Womens Centre, wo wir anfangs geplant hatten mitzuarbeiten, gab es schon viele internationale Helferinnen, sodass wir dort nicht gebraucht wurden. Im Womens Centre gibt es einen Free Shop, der jeden Tag 4 Stunden notwendige Sachen, wie etwa Babywindeln, Babytücher, Wasser, Deos, Kerzen, etc. ausgibt. Die Frauen geben ihre Hüttennummer an und bekommen dann in kleinen Mengen was sie brauchen. Da das Lager immer Nachschub gebrauchen kann beschlossen wir die wichtigsten Dinge, wie etwa Schutzhosen für Erwachsenen, Babywindel, Babytücher, Deos, Kerzen, Labellos und Handcremen für sie einzukaufen. Am wichtigsten dabei waren die Schutzhosen für Erwachsene. Die Frauen haben Angst, in der Nacht auf die Toilette zu gehen weil das Camp nachts fast nicht beleuchtet wird (die Wohnhütten haben ebenso kein Licht). Es wird um zirka 17 Uhr dunkel, bis 7 Uhr in der Früh. Jeder erkennt, dass hier Beleuchtung notwendig wäre. Wir konnten mit zirka 400 Schutzhosen den Erstbedarf decken, doch bald werden wieder welche benötigt.

Danach legten wir unser Hauptaugenmerk auf das Warehouse Salam. Dort werden die Sachspenden gesammelt weil im Camp kein Platz ist. Als wir unsere Sachspenden hinbrachten sahen wir, dass das Team dort Hilfe gebrauchen kann weil glücklicherweise sehr viele Spenden eintrafen. Wir halfen zwei Tage beim Einsortieren der Kleidung, Spielzeuge, Decken, etc. und hatten viel Spaß dabei. Direkt im Camp durften wir nichts verteilen, da dies zu Tumulten geführt hätte. Die Verteilung übernimmt außerdem bereits eine Organisation, welche im zwei Wochen Takt von Hütte zu Hütte geht und die Bewohner*innen fragt was sie gerade am nötigsten brauchen. Zweimal in der Woche fahren sie dann zum Lager, holen die benötigten Sachen und geben diese dann den Bewohner*innen.

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Am 01.01. machten wir uns auf den Weg nach Compiegne wo wir Khaled und seine Tochter Rama besuchten, eine Familie aus Syrien, welche wir letzten Sommer im Camp Drama in Griechenland kennenlernten. Sie und eine weitere Familie, welche damals im Camp war, leben mittlerweile in einem Gemeindebau in Compiegne in der Nähe von Paris. Rama geht dort zur Schule und kann bereits ein wenig Französisch. Wir verbrachten mit ihnen einen Tag in Paris und sie waren von der Großstadt überwältigt. Auf den Eiffelturm hatten sie sich schon lange gefreut und wir schossen sehr viele Erinnerungsfotos. Es war schwer abzureisen, doch sie erzählten uns, dass sie in 10 Tagen einen positiven Bescheid bekommen werden. Mit dem Wissen, dass es endlich voran geht fiel uns die Heimreise leichter und wir hoffen sie bald wieder besuchen zu können.

Babsi & Sas