Idomeni Team 1

19. März 2016 – 26. März 2016

Wir, Hanni und Kathze fuhren am 19.3. vollbepackt mit Kleidungsspenden nach Idomeni. Da es für uns beide der erste Einsatz war, wussten wir nicht genau, was uns dann vor Ort erwarten würde. Die Fahrt und Ankunft am 19. bzw. 20.3. verlief reibungslos, wir wussten schon im Vorhinein, dass der Treff- und Vernetzungsort für die freiwilligen Helfer_innen in Polykastro, ca. 13 km entfernt von Idomeni, in einem Hotel stationiert war und dass hier jeden Tag um 20:00 ein „Meeting“ für alle neu eingetrudelten Volontär_innen stattfand. Nachdem wir „eingeschult“ worden sind und wir es uns in einem besetzten Haus direkt neben dem Parkhotel gemütlich gemacht haben, ging es am nächsten Tag in der Früh gleich los. Zuerst fuhren wir mit dem leeren Auto ins Camp, um uns ein Bild zu machen, wie groß das ganze eigentlich war (bei unserer Ankunft lebten 13.000 Menschen in den Camps in und um Idomeni) und wo wir am besten anfangen konnten, unserer Kleiderspenden auszugeben.

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Danach fuhren wir, wie in den folgenden Tagen jeweils 2-3 Mal, vollbepackt ins Camp und verteilten Schuhe, Jacken, Hosen, Babynahrung und, bei Bedarf, auch Reis unter den Menschen. Besonders praktisch für uns war, dass es in Polykastro ein Warehouse gab, das vom „Team Czech“ organisiert wurde, und wo jede_r Freiwillige_r nehmen durfte, was er oder sie für richtig und gerade gebraucht erachtete, wodurch wir selbstständig arbeiten konnten. In den folgenden Tagen lernten wir immer mehr Menschen kennen, die sich hilfsbereit zeigten und uns mit der Verteilung und den Logistikproblemen im riesigen Camp unterstützen: sie übersetzten für uns, schleppten mit uns Kisten über Kisten an dringend benötigten Spenden zu den Menschen und teilten diese zum Teil auch selbstständig aus. Obwohl die Lage teilweise angespannt war, da es immer wieder Gerüchte über eine baldige Grenzöffnung gab, oder weil manche Flüchtlinge schon mehrere Monate in Idomeni festsaßen und langsam daran verzweifelten, war der Großteil der Menschen einfach dankbar, hoffnungsvoll und versuchte, das beste aus der Situation zu machen.

Fast jedes Zelt hatte seine eigene Feuerstelle, die Menschen wuschen ihre Wäsche und versuchten, vermutlich auch für die vielen tausend Kinder, die sich im Camp aufhielten, ein halbwegs normales Leben zu führen. Das hat uns sehr imponiert, auch die große Gastfreundschaft, fast jede_r lud uns zum Essen oder wenigstens auf einen Tee ein, war deutlich spürbar. Jeden Tag wurde friedlich für die Grenzöffnung demonstriert, einmal auch direkt vor dem Warehouse. Für uns war klar, dass die Flüchtenden irgendwie auf ihre Situation aufmerksam machen mussten, aber als sie einmal eine Straße kurzzeitig blockierten merkten wir, wie unangenehm ihnen die Situation, demonstrieren zu müssen, war, nicht wenige haben sich bei uns, den Autofahrer_innen für die „Unannehmlichkeiten“ entschuldigt.

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Es war eine sehr intensive, anstrengende aber gute Woche, wir konnten natürlich nur einen kleinen Teil zur Verbesserung der Situation im Camp beitragen, trotzdem konnten, dank unserer Arbeit, hunderte Menschen mit funktionsfähigen Schuhen, trockenen Hosen oder Jacken ausgestattet werden. Außerdem konnten wir für viele Familien Reis kaufen und Babynahrung besorgen, was nur Dank unseren Spender_innen ging, die unsere Hilfe vor Ort überhaupt erst ermöglichen. Danke dafür!