News

++ Spendentransport Nordfrankreich ++

Morgen wird eine unserer Voluntärinnen nach Nordfrankreich aufbrechen. Ein riesen Dankeschön vorab an alle Menschen die geholfen haben durch Spenden den kompletten Bulli zu füllen! Ohne diese riesen Unterstützung wären wir vor Ort in Dunkerque und Calais vollkommen aufgeschmissen. Vor wenigen Tagen kam es im „Jungle von Dunkerque“ zu einer erneuten Campräumung. Viele Menschen wurden gegen ihren Willen mit Bussen fortgebracht. Es kam zu gewalttätigen Übergriffen gegenüber den Flüchtlingen von Seiten der Polizei.

„Diese Menschen aus dem Irak können einfach zurückgehen. Es gibt keinen Grund von dort zu fliehen, denn dort herscht kein Krieg.“ erklärte ein Polizist.

Kurden werden im Irak verfolgt. Niemand verlässt seine Heimat ohne Grund. Niemand nimmt einen langen, gefährlichen Weg mit kleinen Kindern auf sich, wenn dies nicht notwendig ist. Menschen leben dort im Freien. Mit Kindern, schwanger, schwerkrank. Wir können nur Stück für Stück und durch kleinere Dinge, wie Sachspenden und Unterstützung bei Behördengängen versuchen soviel Menschen wie möglich vor Ort zu helfen. Weitere Infos aus Dunkirk / Dunkerque Refugee Women’s Centre. Wir sind unendlich dankbar für eure Hilfe und all die Spenden, die uns erreichen.

Was uns besonders fehlt sind Decken, Schlafsäcke, Zelte und Plastikplanen. Wir starten den Spendentransport aus Bielfeld. Falls jemand im näheren Umkreis noch Sachspenden der Art hat, bitte sehr sehr gerne melden. Alles aus weiteren Umkreisen können wir natürlich auch gebrauchen und bei unserem nächsten Transport mitnehmen! Nachrichten gerne per Kommentar, Privatnachricht oder als PN direkt an Madeleine Kraye

Danke Danke Danke!

++ SPENDENTRANSPORT SLOWENIEN ++

Wir sind eben von einem erfolgreichen Spendentransport nach Ljubljana zurück. In Gorizia, an der Grenze zu Italien, befindet sich ein Tunnel mit ca. 130 Geflüchtete. Unter ständigem Druck vor der Exekutive und bestehenden Temperaturen, wird quasi drausen geschlafen. Um den Winter zu überstehen, haben wir den Kollegen von Second Home mit einem Kontainer winterlicher Kleidung, Schale, Hauben, Decken und Schuhe ausgeholfen. Damit möglichst bald die Verhältnisse von dem letzten Winter in Belgrad umgangen werden können, muss jetzt gehandelt werden. Das konnten wir nur wegen der bisherigen Unterstützung von euch bewältigen!

Georg & Magdalena

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++ UPDATE AUS NORDFRANKREICH ++

Dank eurer zahlreichen Spenden konnten wir gestern groß einkaufen!
Die 27 Schlafsäcke, die jetzt bei dieser Kälte dringender denn je gebraucht werden, werden wir in den nächsten Tagen im Jungle von Dürnkirchen austeilen. Das große Zelt, das wir ebenfalls von den Spenden kaufen konnten, haben wir schon gestern am Abend einer Familie gegeben, die sich unglaublich darüber gefreut hat.

Riesiges Dankeschön für alle eure Spenden! Sie werden hier dringend benötigt!

Wenn ihr Flüchtlingen hier in Dürnkirchen mit Geldspenden helfen wollt:
Unser Spendenkonto:
Aktion Weitblick
IBAN: AT48 3203 3000 0081 9383
Hier gehts zu unserer Crowdfunding Seite

Jede auch noch so kleine Spende kommt hier an und hilft uns unglaublich!!

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++ Serbien im Sommer 2017 ++

Wie ihr euch wahrscheinlich noch erinnern könnt, waren wir bis Herbst 2017 fast ununterbrochen in Serbien tätig. Zu Beginn des Jahres noch hauptsächlich in Belgrad und dann an der serbisch/kroatischen Grenze in Sid.

Gemeinsam mit anderen Freiwilligen, haben wir dort das Beste gegeben, um die Geflüchteten zu unterstützen. Über diese Arbeit und die Situation vor Ort haben nun unsere KollegInnen vom Support Convoy ein Video veröffentlicht.

Danke dafür und Danke an all die großartigen Helfer und Helferinnen, die sich nach wie vor für Menschen auf der Flucht einsetzen!

Liebe Grüße
Aktion Weitblick

++ UPDATE AUS NORDFRANKREICH ++

Dürnkirchen, Durchschnittstemperatur: 11 Grad. Solchen Temperaturen, manchmal sogar noch Regen, sind die Männer, Frauen und Kinder hier im Jungle von Dürnkirchen tagtäglich schonungslos ausgesetzt. Doch das Schwierigste ist es durch die Nacht zu kommen. Wir versuchen mit Zelten, Schlafsäcke und Decken zu helfen. Aber weder ist genug von allem da, noch halten diese Sachen lange. Das ist Großteils der Polizei zuzuschreiben.

Die französische Polizei hat generell den Befehl das Gebiet des Jungles zu räumen. Das bedeutet, sie lassen nichts in den Jungle hinein, dass den Flüchtlingen langzeitig helfen könnte. Sie verbieten Decken, Zelte und selbst Pölster. Und wenn wir es doch schaffen etwas in den Jungle zu schmuggeln, nehmen sie es den Flüchtlingen wieder weg oder zerstören es. Auf dem Foto ist der Container zu sehen, den die Polizei letzte Woche mit Zelten und Schlafsäcken von Flüchtlingen gefüllt hat. Als wir die Polizisten darauf angesprochen haben, meinten sie nur, es sei Müll. Wie kann es denn nur sein, dass Polizisten, als Vertreter des Gesetzes, frierenden Menschen den letzten Schutz und die letzte Wärme nehmen? Es kann doch nicht gegen das Gesetz sein einem frierenden Kind eine Decke zu geben?
Die Lösung der Regierung ist es die Menschen mit Bussen in Unterkünfte zu bringen. Das ist theoretisch natürlich eine gute Idee, aber in der Praxis sieht es meistens anders aus. Wenn die Familien sich weigern, in die Busse zu steigen – sei es nun weil sie hier in Dürnkirchen wegen Kontakten bleiben wollen oder weil sie nicht in einen Bus mit unbekanntem Ziel steigen wollen – verhaftet die Polizei die Väter der Familien. Sie meinen, da sie sich weigern ihrem Kind eine Unterkunft zu bieten, machen sie sich strafbar. Aber manchmal haben die Busse auch keinen Platz für Familien oder Menschen, die unbedingt eine Unterkunft brauchen. Heute wurde ein junges Ehepaar einfach abgelehnt, worauf die Frau verzweifelt in Tränen ausgebrochen ist. Wir haben sie so gut wie wir konnten mit Schlafsäcken und Decken versorgt und können nur hoffen, dass es für die Nacht reicht.

Bei Notfällen, wie zum Beispiel bei einem kranken Kind, das es nicht auf den Bus geschafft hat, finden wir ein Hotel in der Nähe. Dabei konnten wir vor ein paar Tagen aber auch eine schlechte Erfahrung machen: Ein Hotel lehnte unsere Reservierung ab, einfach nur aus dem Grund, weil Flüchtlinge in dem Zimmer schlafen würden. Als ich der Frau an der Rezeption vorwarf, dass das Diskriminierung ist und dass es doch keinen Unterschied macht, wer in dem Zimmer schläft, solange es bezahlt wird, lehnte sie es nur weiter ab und ignorierte uns schlussendlich. Wir haben für das junge Ehepaar und ihren zweijährigen (!) Sohn eine andere Unterkunft gefunden, aber ich kann noch immer nicht glauben, dass jemand wirklich einem kleinen Kind keine Unterkunft bei dieser Kälte bietet nur weil es aus einem anderen Land kommt. Wo bleibt da die Menschlichkeit?

Zur Aufmunterung ist hier noch ein Bild von mir und dem kleinen Mohammed, denn dank der Freundlichkeit und Dankbarkeit, die uns die Flüchtlinge entgegenbringen und dank Kindern wie ihm ist nicht alles hier traurig und zum Verzweifeln.

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++UPDATE AUS NORDFRANKREICH++

Est-ce que vouz dormez bien?

Es kam wie es kommen musste:
Im Laufe des Tages kamen immer mehr Familien und minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge zurück in den Jungle. In den sogenannten Aufnahmelagern wurden sie wortwörtlich ABGESTEMPELT. Ich bin unglaublich glücklich eine Familie im Jungle anzutreffen, der ich sehr nahestehe, aber gleichzeitig auch sehr besorgt. Es ist eine Familie mit zwei kleinen Mädchen im Alter von 8 und 9 Jahren. Ihre Mama erzählt mir bei einem Tee wie die Situation für sie gestern war:

Wir mussten gestern von 6:30Uhr bis 14:30 auf dem Parkplatz auf den Bus in Polizeibegleitung warten. Es war uns nicht einmal erlaubt Wasser für die Kinder zu besorgen. Wir haben nichts essen und trinken können und als wir dann im Aufnahmelager ankamen haben sie uns Stempel auf die Arme gedrückt. Wir sollten mit 4 Personen in einem 2m² großen Zimmer schlafen. Es gab weder Kissen noch Decken. Sie haben uns provisorisch eine Miniportion an Essen gegeben. Wir haben weder Hygieneartikel bekommen, noch wurden wir in irgendeiner anderen Art und Weise versorgt oder betreut. Ich schlafe lieber im Matsch als meine Kinder derartigen Umständen auszusetzen.

Während wir sprechen kommen mehr Personen zurück im Jungle an. Niemand hat Zelte, Decken, Schlafsäcke oder sonstiges. Wir sitzen wortwörtlich auf abgebranntem Boden ohne Dach über dem Kopf. In diesem Moment erscheint die Polizei im Camp. Sie sagen wir sollen das Feuer löschen und verschwinden. Wir fragen was ihre Lösung für die obdachlosen Familien jetzt im Jungle sei. Es regnet und ist kalt. Sie fragen was wir mit den Familien zu tun haben und wir erklären wir seien Volontäre des Refugee Women’s centre. Ich zeige ihnen nochmal das Foto von einem Baby das im Regen ohne Zelt schläft; Sie sagen es sei nicht ihr Problem, sondern mein Job mich darum zu kümmern, dass die Familien nicht draußen schlafen müssen. Unser Job? Wir versuchen hier seit Wochen den Familien wenigstens ein bisschen zu helfen und einen Teil dessen zu übernehmen was die Regierung hier verpatzt. Sie filmen uns und als ich meine Kamera auf sie halte um die Situation ebenfalls festzuhalten drücken sie meine Kamera weg und erklären mir lautstark es sei mir nicht erlaubt zu filmen. Sie drohen uns den Leuten Pfefferspray ins Gesicht zu sprühen und sie festzunehmen, wenn sie versuchen die Nacht im Wald zu verbringen. Wir packen die wenigen Sachen zusammen die die Familien mit sich haben und als wir den Jungle verlassen höre ich Gelächter der Polizisten. Ich wünsche mir in diesem Moment sie würden auch nur einen Moment das spüren, was die Familien auf ihrem unendlich langen Weg an Verzweiflung, Trauer, Angst und Wut fühlen.

Wir sind bis 22:30 Uhr im Jungle und versuchen auf allen Wegen irgendeine Art von Notunterkunft für die Familien zu organisieren. Im Jungle können sie definitiv nicht bleiben. In die Aufnahmeunterkünfte wollen sie natürlich nicht gehen. Letztendlich verschwinden sie nach und nach in verschiedene Richtungen um sich irgendwo einen Platz zu suchen, an dem sie sich für diese Nacht vor der Polizei verstecken können. Es wird eine kalte, nasse Nacht für sie während die Polizisten und Politiker in ihren warmen Betten liegen und wohlbehütet vor sich hinträumen während der Traum auf ein einigermaßen normales Leben für die Menschen auf der Flucht wieder einmal in weite Ferne rückt.

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++UPDATE AUS NORDFRANKREICH++

++CAMPRÄUMUNG IN GRAND SYNTHE++

Kaum in Worte zu fassen aber leider wahr… Nach dem Meeting von Bürgermeister Damien Carême und Innenminister Gérard Collomb am gestrigen Morgen folgte heute die Räumung des Jungles of Dunkerque. Der Bürgermeister war gekommen und für eine Wiedereröffnung des humanitären Lagers zu plädieren, welches im April tragischer Weise abgebrannt ist. Damien Carême kündigte bereits die Installation sanitärer Anlagen an, während der Staat sich noch immer gegen die Wiedereröffnung aussprach. Das Resultat des Meetings: Räumung des Jungles, keine Wiedereröffnung des Camps. Wir mussten heute miterleben was der Staat als Lösung dessen auffasst.

Bonjour Monsieur Collomb,
hier ein kleiner Einblick in meinen Tagesablauf als Freiwillige im Jungle von Dunkerque. Hope you‘ll enjoy!

6:30 Uhr: Wir erreichen den Jungle von Dunkerque. Auf den Parkplätzen des Einkaufszentrums neben dem Eingang des Jungles sehen wir 12 Busse und ca 20 Arrestingvans der Polizei. Das sieht nach einer riesen Räumung aus. Im Jungle ist es ruhig und dunkel. Niemand ist wach. Wir gehen durch den Bereich in dem die Familien schlafen und versuchen sie zu wecken. Unser Plan: Zumindest einiges zu retten bevor die Polizei in den Jungle kommt. Wir fangen an Schlafsäcke und Plastikplanen der Familien zu beschriften und sie in unseren Van zu packen. Wir kennen die Situation bereits. Die Polizei kommt und zerstört alles an Zelten, Schlafsäcken, Planen und Privateigentum und zwingt die Menschen aus dem Jungle in die Busse zu steigen. So auch heute. Eine Räumung in diesem Ausmaß hat es im Jungle allerdings bisher nicht gegeben.

7:20 Uhr: Die Polizei kommt im Jungle an und befiehlt uns mehrmals zu gehen. Wir versuchen so viel wir können in unseren Van zu stecken, können uns jedoch letztendlich nicht mehr gegen den Willen der Polizei wehren und verlassen den Jungle. Wir versuchen mehrfach mit der Polizei zu vereinbaren, dass wir wenigstens unsere zuvor herausgegebenen Sachspenden nehmen dürfen, aber keiner der Polizisten lässt mit sich reden. Aufräumtruppen sind bereit um alles im Jungle mit Pfefferspray zu besprühen und in Container zu werfen. Wir erklären ihnen was hier passiert. Einige von ihnen erklären, sie hätten nicht gewusst, dass sie heute ein Flüchtlingscamp räumen müssen. Auch wüssten sie nichts über die Familien und Kinder die hier lebten. Ich zeige ihnen ein Foto von einem kleinen Jungen der ohne Zelt und ohne Schlafsack im Jungle auf dem Boden schläft und bitte sie nochmals die Zelte und Schlafsäcke nicht zu zerstören. Aussichtslos. Anstatt dessen bekommen wir abfällige Blicke und abwertende Kommentare ab. Ich muss mich in genau diesen Momenten wirklich zusammenreißen, denn die Mischung aus Trauer und Wut in mir, nimmt einfach ein unfassbares Ausmaß an. Hatten wir nicht bereits 1945 genug Menschen die behaupteten sie hätten nicht gewusst was sie taten? Wo bleibt hier die Menschlichkeit, wo bleibt der Verstand?

Es kommt wie befürchtet: Nach und nach sehen wir wie volle Busse aus dem Jungle fahren, um die Flüchtlinge in ganz Frankreich in sogenannte Aufnahmecamps zu verteilen. Die Umstände in diesen staatlich geförderten Aufnahmecamps sind jedoch nach unseren Empfindungen unzumutbar. Als ich zuletzt Menschen gefragt habe wie es ihnen in einem Aufnahmecamp wie diesen ergeht, haben sich Beispiele wie „Wir bekommen für unsere Babys eine Windel am Tag und müssen uns mit sechs Personen eine Rolle Klopapier in der Woche teilen“, in meinen Kopf gebrannt. Dort habe ich auch einen 4-Jährigen Jungen und seine Eltern kennengelernt. Der 4-Jährige litt unter schweren Rückenproblemen und war aufgrund dessen nicht in der Lage uneingeschränkt zu laufen. Der Besuch bei einem Arzt wurde ihnen wochenlang nicht ermöglicht. Die Liste an Menschenrechtsverletzungen wuchs und wuchs je länger ich mich mit den Menschen dort unterhielt. Auch heute werden wir mehrfach Zeugen wie Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Weil es uns selbst nicht erlaubt ist in den Jungle zu gehen solange die Polizei sich dort aufhält (warum eigentlich wenn alles was ihr dort tut legal und anständig ist?!), bleiben wir telefonisch in Kontakt mit einigen Flüchtlingen. „They smashed people down.“ „They are insulting us.“ Hört sich nicht nach einer friedlichen Art und Weise an die Leute in Unterkünfte zu bringen.

15:30 Uhr: Noch immer fahren Busse aus dem Jungle. Zwei kleine Mädchen winken mir aus dem Bus zu. Ich stehe seit Wochen in sehr engem Kontakt mit ihrer Familie und kann meine Gefühle einfach nicht mehr händeln in diesem Moment. Alles was mich den ganzen Tag hat über durchhalten lassen, ist mit einem Mal verschwunden. Umso bewusster mir jedes individuelle Schicksal jeder Familie hier wird, desto mehr Wut über die politische Lage und desto unfassbarer die Trauer in mir. Ich fühle mich in diesem Moment so hilflos wie nie zuvor. Nicht nur diese Familie die seit Jahren auf der Suche nach einer neuen sicheren Heimat ist und von Land zu Land mit kleinen Kindern flieht, sondern beispielsweise auch schwangere Frauen mit Kleinkindern und krebskranke Frauen, blinde Minderjährige Männer und querschnittsgelähmte Männer sind der politischen Lage vollkommen ausgeliefert. Nennt ihr das ein gerechtes Europa?

Was in den nächsten Tagen auf uns zukommen wird sind Flüchtlinge die in den Jungle zurückkehren, weil sie es bevorzugen draußen im Matsch zu schlafen anstatt in Unterkünften mit derartigen menschenunwürdigen Umständen zu bleiben. Das Problem: Wir haben keine Schlafsäcke und Plastikplanen mehr, geschweige denn Zelte, um die Menschen damit zu versorgen. Es wird kälter und kälter und ich weiß, dass viele Kinder in den kommenden Tagen ohne jeglichen Schutz frierend auf der Straße schlafen werden.

Bonsoir Monsieur Collomb,
ist dies tatsächlich die Lösung mit der Sie sich aus dem gestrigen Meeting verabschiedet haben?
Im Anhang mein zerstörtes Weltbild.
Madeleine K.

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++Wir suchen Freiwillige++

Wie unsere Berichte aus Nordfrankreich zeigen, wird Hilfe dringend benötigt!
Da wir vor Ort in erster Linie mit den Frauen und deren Familien arbeiten, suchen wir weibliche Volontärinnen, die sich vorstellen können, etwa ein Monat aktiv in den Flüchtlingshotspots mitzuarbeiten.
Bei Interesse freuen wir uns über deine Nachricht!
Entweder über Facebook oder per Mail an info@aktionweitblick.com

++ Update aus Dunkirk ++

Madeleine hat ein Update aus Nordfrankreich verfasst:

Auf dem Weg nach Großbritanien sitzen immernoch tausende Flüchtlinge in der Hafenstadt Calais und der Nachbarstadt Dunkerque fest. In ihren Taschen haben sie nicht viel mehr als den Traum ein besseres Leben ohne Angst und Gewalt leben zu können.

Im Jungle von Dunkerque sind in der letzten Wochen wieder sehr viele Familien mit kleinen Kindern angekommen. Wenn ich im Warehouse die Spendentaschen für die Familien zusammenpacke und dabei einen kurzen Blick auf die Babysocken und Babyfläschchen werfe, kommen mir die Tränen. Es wird langsam kalt hier und uns gehen die Schlafsäcke und Zelte komplett aus. Das einzige was wir im Moment noch weitergeben können sind Wolldecken. Wie schlimm muss die Situation sein, mit Familie und einem 11 Monate alten Baby auf der Flucht zu sein… Niemand verlässt freiwillig seine Heimat, seine Familie, seine Freunde. Wenn ich mit den Leuten hier ins Gespräch komme, dann erzählen sie manchmal von ihrer Heimat. Die meisten von ihnen kommen aus dem Irak und dem Iran. Sie vermissen ihre Heimat aber sind sich sicher nicht dorthin zurückkehren zu können. Einige sprechen deutsch denn auf ihrem langen Weg haben sie auch in Deutschland Zuflucht gesucht. Nach teilweise 3 Jahren warten und hoffen haben sie dort keinen Aufenthaltstitel bekommen mussten sich erneut auf dem Weg nach Sicherheit und einer neuen Heimat machen. Ich kann mir nicht vorstellen wie es sein muss aus Angst vor dem Tod aus seiner Heimat zu fliehen und auf dem scheinbar unendlichen Weg nach und nach die Hoffnung zu verlieren irgendwo anzukommen.
Genau diese Menschen sehe ich hier tagtäglich im Jungle. Sie sind unglaublich dankbar für das was sie an Sachspenden von uns bekommen, aber ich weiß auch, dass das schlicht und ergreifend nicht ausreicht. Die Menschen hier im Jungle haben nichts außer dem was wir ihnen geben und die Polizei nimmt ihnen selbst das.

Eine Frau steht vor mir. Ich sehe ihr die Verzweiflung an. Auf ihrem Arm hält sie ein kleines Mädchen. Es ist 14 Monate alt und trägt einen komplett durchnässten Strampelanzug. Sie erzählt mir, dass die Polizei bei der „Kontrolle“ an diesem Morgen nicht nur die Schlafsäcke und Plastikplanen, sondern auch Kleidung, unter anderem die Babykleidung mitgenommen hat. Ich frage mich wo hier die Menschlichkeit verloren gegangen ist. Es gibt im Jungle nicht einmal Toiletten für die Menschen. Erwachsene Frauen fragen mich nach Windeln, weil sie sich nachts nicht aus ihren Zelten trauen um sich irgendwo erleichtern zu können.. Was ist das für eine Welt, in der der eine Teil der Menschheit in aller Ruhe abends vor der Fernseher sitzt während die Anderen mit ihren Kindern auf der Straße schlafen und frieren. Ich frage mich wie es sein kann, dass die Menschen hier keinen Gebrauch ihrer Menschnrechte machen können.. „Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.“ „Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen.“

Die Lage hier ist wirklich unvorstellbar und ich kann nicht in Worte fassen, wie mich hier jedes einzelne Schicksal irgendwie Tag für Tag trifft. Ich bin trotzdem froh jetzt gerade die Möglichkeit zu haben hier vor Ort helfen zu können und möchte noch einmal betonen, dass das ohne all die Sachspenden, die uns hier durch eure Hilfe erreichen nicht möglich wäre.

Schaut bitte nochmal in Kellern und auf Dachböden nach ob ihr Schlafsäcke oder Zelte habt, die ihr nicht mehr gebraucht. Jeder einzelne Schlafsack bringt uns hier ein kleines Stück voran. Jedes Zelt hilft uns hier einer weiteren Familie wenigstens ein dünnes Dach über dem Kopf geben zu können.